CJK-Problematik

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    • CJK-Problematik

      Hallo zusammen,

      wie geht ihr mit der Prionenproblematik um?

      Sterilisieren ihr bestimmte Instrumente, z.B. Augen, HNO, Wirbelsäule, mit 134° 18 Min. ? Oder ist das Programm nur für den „Notfall“ entsprechend validiert?

      Habt ihr da entsprechend im Hygieneplan für die ZSVA etwas festgeschrieben?

      Wir sind nämlich z.Zt. gerade in Diskussion darüber und unsere Hygienefachkräfte teilten mir mit, dass nach einer Begehung des RP im Jahr 2014 eine Risikoanalyse entsprechend erstellt werden musste u. im Hygieneplan festgeschrieben werden musste.
    • Hallo nokl,

      bei uns ist es recht einfach in einer kurzen Arbeitsanweisung geregelt:
      besteht bei einem Patient der Verdacht auf CJK/vCJK sollen ausschließlich Einmalprodukte verwendet werden, die nach der Anwendung verschlossen in der Müllverbrennung entsorgt werden. Dies kam zum Glück im OP-Bereich noch nicht vor. Im Intensiv- und Notfallbereich hatten wir schon Verdachtsfälle mit auffällig neurologischen Ausfallerscheinungen. Hier sind immer Einmalartikel verwendet worden (z.B. Beisskeile, Nierenschalen).
      Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (interdisziplinär) sind bei dieser Diagnose wirklich gut gebrieft und achten darauf, dass nicht versehentlich ein Mehrweginstrument in den Kreislauf kommt.
      In den Einarbeitungskonzepten von Pflege, Ärzten, Rettungsdienst, Transportdienst und ZSVA ist der besagte Standard enthalten.
      Als Vorgehensweise bei nicht erkennbarem Risiko (für unseren Routinebetrieb) haben wir ausschließlich validierte maschinelle Aufbereitungsprozesse mit einem alkalischen Reiniger. Hier gibt es für unsere Augeninstrumente ein separates Programm mit einer zusätzlichen Zwischenspülphase. Als Sterilisationsverfahren kommt bei uns ausschließlich die Dampfsterilisation bei 134 °C mit einer Haltezeit von 5 Minuten - ebenfalls als validierter Prozess zum Einsatz.
      Unsere Hygieneabteilung ist immer mit im Boot wenn solche Verfahren festgelegt werden und kommuniziert diese mit den betreffenden Abteilungen und auch den Aufsichtsbehörden.

      Für Dich ist es ja eher eine schleppende Diskussion, wenn die Risikoanalyse von 2014 jetzt langsam zu Dir durchsickert.

      Liebe Grüße :)
    • Hallo nokl,

      ich kann das was MaSch schreibt nur voll unterstützen. Wichtig ist aber auch sich mit der Empfehlung der Krinko/BfArM "Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten" auseinanderzusetzen. Wichtig ist dort die Anlage 7. Kann unter folgendem Link im Internet auf der Seite des RKI aufgerufen und dann als PDF auf dem Rechner gespeichert werden.

      Krinko/BfArM Empfehlung

      Ansonsten sollte man folgende Vorgehen einhalten/beachten:

      CJK bekannt (geplanter Eingriff)
      Einmalinstrumente verwenden soweit möglich. Danach entsorgen.

      Verdacht auf CJK (nicht bewiesen)
      Einmalprodukte entsorgen. Keine Aufbereitung der anderen Instrumente bis klar ist ob es CJK ist oder nicht. MP sicher verwahren. Verfahren hierzu mit Klinikhygiene erstellen. Wenn kein CJK dann normal aufbereiten. Wenn CJK dann nicht aufbereiten sondern entsorgen.

      Vorsorge (nichts bekannt)
      Bei Eingriffen im Risikogewebe, z.B. Augen kann man eine Sterilisation mit 134°C 18 min. als Vorbeugemaßnahme machen.

      Das sind keine festgeschriebenen Verfahren. Die Aufbereitung muss immer unter validierten Verfahren im RDG und Sterilisator erfolgen. Festlegungen immer mit der Klinikhygiene unter Beachtung der Krinko/BfArM Empfehlung festlegen.

      Mr.Q
      Mach Dampf ^^