maschinelle Aufbereitung Augeninstrumente

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    • maschinelle Aufbereitung Augeninstrumente

      Hallo zusammen,
      wir bereiten seit 2 Monaten unsere Augeninstrumente (bis dahin Aufbereitung manuell im Kataraktzentrum, Kataraktzentrum zertifiziert) maschinell auf. Ist alles gut und schön. Doch haben sich seit Beginn der maschinellen Aufbereitung Probleme mit verbogenen Phacospitzen ergeben. Natürlich behauptet der Augen-OP es wäre unsere Schuld. Habe auch schon Mails von der Verwaltung bekommen in denen sich verschiedene Beleg-Augenärzte (natürlich immer die selben) schriftlich beschwert haben, das vom ,,Steri'' ?( ständig Kataraktsiebe mit verbogenen Phacospitzen zum OP hochgeschickt werden :cursing: <X (Die spinnen doch echt, die Römer). Verbogene Spitzen die vom OP zu uns angeliefert werden sind dann wohl auf dem Transportweg verbogen worden, hier liegt die Schuld klar beim Fahrdienst (Aussage der Leitung Augen-OP!!) ?( Die MA bei uns sind geschult und sensibilisiert im Umgang mit den Augeninstrumenten. AA ist geschrieben. Spezielle Augenleisten zum anschliessen der Handgriffe (Phaco, Irrigation, Aspiration, Kanülen) sind gekauft und werden benutzt. Die Spitzen haben keinen Kontakt zu irgendetwas.Die Spitzen dürfen zur Reinigung nicht vom Griff abgeschraubt werden X( (Validierer sagt ist ok). Perforierte Schutzkappen aus Silikon dürfen wir lt. Bezirksregierung nicht benutzen. Ich muss einen Spitzenschutz finden der starr, perforiert, zur Umspülung der Spitzen und für die Dampfdurchdringung geeignet ist. Hat jemand eine Idee?

      Viele Grüße
      ,,Weise ist, wer weiß, wo er Antworten findet.''
    • Hallo Sterititan,

      das ist echt schwer mit so einem Spitzenschutz. Die meisten sind aus Silikon und laut Hersteller auch nur für die Sterilisation frei gegeben. Ich weiß auch nicht ob die Spitzen beim Reinigen genügend umspült werden. Das müsste dann mit einem Validierer besprochen und validiert werden.

      Aber vielleicht gibt es ja andere Möglichkeiten.

      1. Anfrage beim Hersteller ob diese etwas in der Richtung anbieten oder wissen wo man so was bekommen kann.
      2. Wie sind die Phacospitzen im Sieb gelagert. Gibt es da evtl. Möglichkeiten einer anderen oder besseren Lagerung.
      3. Umstellen auf Einmalprodukte. Die gibt es. Ist manchmal eine bessere und günstigere Alternative als eine Aufbereitung.

      Ich hoffe ein paar Gedankenanstöße losgetreten zu haben.

      Mr.Q
      Mach Dampf ^^
    • Hallo Zusammen,

      wir, Positionieren die Phakohanstücke mit Phakospitze auf unserem RDG-Opthalmologiewagen mit seinen Luer-Lockspülanschlüssen in Silikonklammern.
      Darin werden diese ausreichen um- und durchspült und können so nirgend anstoßen.
      Nach erfolgreicher Reinigung werden die Phakohanstücke mit Phakospitze im Packbereich Druckluft (Lumen) behandelt.
      Danach schrauben wir die Phakospitze ab und legen diese in eine kleine Klarsichtverpackung zu dem Handgriff ins Set.
      So kann die Spitze nicht verbiegen und muss nur vor dem Eingriff vom OP - Personal mit einem speziellen Schlüssel wieder angeschraubt werden.

      MFG
      THI
    • Hallo zusammen,

      so wie es bei THI gemacht wird ist es natürlich am besten. Aber wie Sterititan schreibt dürfen die Spitzen nicht abgeschraubt werden. Wer auch immer das beschlossen hat. Vielleicht kann man das mit dem OP klären dass sie in Zukunft die Spitzen auch direkt im OP wieder angeschraubt werden.

      Da ist wahrscheinlich Überzeugungsarbeit notwendig.

      Mr.Q
      Mach Dampf ^^
    • Hallo Zusammen, vielen Dank für die Infos :thumbsup: . Beim Hersteller habe ich angefragt. Die Firma liefert zu jeder Phacospitze 2 kleine Luer-Lock Adapter aus Kunststoff mit. Einer von diesen Adaptern hat einen ca 2cm langen Silikonschlauch. Der Vertreter sagte mir das ich die Spitze in das Stück Silikonschlauch stecken solte und den Luer-Lock dann konnektieren sollte. Die Firma hat die Aufbereitung so validiert. Sonst könnte er mir auch nicht weiterhelfen.Das ist bei mir problematisch weil wir ja die Spitzen nicht nicht abschrauben dürfen. Das Problem mit den verbogenen Phacospitzen bekomme ich so aber auch nicht gelöst. Auch ich finde die Methode von THI sehr interessant. Sind die Klammern vielleicht von der Firma mit dem großen I? Und sind die vielleicht auch in bunten Farben erhältlich? Ich werde dies auf jeden Fall ausprobieren. Vor allen Dingen werde ich diese unmögliche Sache mit dem nicht abschrauben der Spitze vom Handstück überzeugend kommunizieren!!!! 8) Danke Euch noch einmal

      Viele Grüße
      sterititan :)
      ,,Weise ist, wer weiß, wo er Antworten findet.''
    • Hallo Sterititan,
      wenn der Hersteller die Aufbereitung so validiert hat muss das auch in den Herstellerangaben drin stehen. Und es gfibt keine Aufbereitung ohne Herstellerangaben. Lies das mal nach. Und dann hast du auch eine Handhabe bei der überzeugenden Kommunikation des Themas. ;)
      Wünsche dir viel Erfolg.

      Mr.Q
      Mach Dampf ^^
    • Hallo Zusammen,

      das die Firma das Produkt so wie beschrieben validiert hat, wage ich mal zu bezweifeln.

      Außerdem gilt nur der validierte Prozess der Reinigung und Desinfektion in deiner Abteilung!

      Die Silikonklammern habe ich von der Firma M. in denen kann man auch Standard Instrumente zur Reinigung einklemmen/ sichern.
      Die sind so beschaffen das diese Klammern in die Maschen der Siebkörbe halten.

      Einige Herstellerangaben von Medizinprodukten lassen immer noch was speziell die Reinigung betrifft sehr zu wünschen übrig!

      Zu vielen Medizinprodukten, wie so manche auf den Markt befindlichen Hohlinstrumente müsste erst einmal ein Adapter erfunden werden, ich frage mich schon seit Jahren warum ein Medizinprodukt was so Speziell wie eine Phakospitze ist, mit geeigneten Adaptern geliefert wird.

      Schaut man auf die neue Generation von Instrumenten der Unfallchirurgie so sind dort auch sehr viele durchbohrte Instrumente, deren Lumen nur wenige Millimeter aufweisen.

      Die Möglichkeit, diese vernünftig durchspülbar auf dem RDG-Wagen aufzustecken ist schon sehr fragil.

      Spricht man die Firmen darauf an gibt es häufig nur lapidare Ausreden.

      MFG
      THI
    • Hallo zusammen,

      man kann anzweifeln dass die Firma das Produkt so wie beschrieben validiert hat. Aber der Hersteller ist laut DIN EN ISO 17664:2004

      Sterilisation von Medizinprodukten .
      Vom Hersteller bereitzustellende Informationen für die Aufbereitung von
      resterilisierbaren Medizinprodukten (ISO 17664:2004)


      verpflichtet Informationen für die Aufbereitung von resterilisierbaren Medizinprodukten zu geben.

      Hierzu zählen unter anderem folgende Punkte (Zitate sind in " " gesetzt):

      1. Anweisungen zur Wiederaufbereitung
      "Es muss mindestens ein validiertes Verfahren zur Wiederaufbereitung des MP festgelegt werden."

      2. Reinigung
      "Ein validiertes Verfahren für die manuelle Reinigung muss angegeben sein. Ausserdem muss mindestens ein validiertes Verfahren unter Benutzung eines Reinigungs-/Desinfektionsgerätes angegeben sein, es sei denn das MP ist für ein solches Verfahren ungeeignet."

      3. Sterilisation
      "Ein validiertes Sterilisationsverfahren muss angegeben sein."

      4. Ausserdem
      "Der Hersteller muss validieren, dass jedes in den bereitgestellten Infomationen festgelegte Verfahren geeignet ist für die Wiederherstellung des MP zur vorgesehenen Verwendung."

      Soweit ein paar Auszüge aus der Norm. Die Sprache dort ist nicht immer anwenderfreundlich. Die Aussage aber ist klar. Der Hersteller muss Informationen zu seinem MP geben die es erlauben eine Aufbereitung mit validierten Verfahren durchzuführen.

      Somit hat THI recht wenn er schreibt dass am Schluß das MP in der jeweiligen ZSVA/AEMP validiert werden muss.

      Mr.Q
      Mach Dampf ^^
    • Hallo Mr.Q,

      soweit die zitierte Norm.

      wenn wie in der Norm gefordert, Medizinprodukte mit validierten und somit freigegebenen Verfahren geprüft auf den Markt kommen, stellt sich mir die Frage,
      wie es sein kann, dass diese Produkte wie Phakos oder andere spezielle Medizinprodukte ohne dafür passende Reinigungs- und Spüladapter angeboten werden.

      Es gibt ganz wenige Medizinproduktehersteller die wirklich gute bis ins Detail gehende Gebrauchs- und Aufbereitungsanweisungen anbieten.
      Aber eine große Anzahl der Firmen halten nur allgemeine Abhandlungen bereit.
      In der ZSVA kommen häufig neu gekaufte sogenannt Medizinprodukte zur Aufbereitung, bei denen muss man selbst im Jahre 2017 noch hinter den Herstellerangaben hinterherlaufen!
      Obwohl eigentlich jeder Medizinprodukteberater wissen müsste das es Gesetze, DIN -Normen gibt die das fordern.
      Da gehen aber theoretische- und praktische Erfahrung sehr weit auseinander.
      Wir haben uns deshalb ein ziemlich dickes Fell angelegt und lehnen jede Aufbereitung ab, wenn die Herstellerangaben die "Aufbereitung" nicht ausreichend beschreibt!
      Das ist aber selbst in der heutigen Zeit eine Ochsentour.

      MFG
      THI
    • Hallo THI,

      ich kann dir nur recht geben mit dem was du schreibst. Auf der einen Seite ist ganz klar die Regelung was zu tun ist, auf der anderen Seite wird das Thema ziemlich breit ausgesessen. Das ist nbicht erfreulich und wie du schon schreibst eine Ochsentour. Wir bereiten auch nur MP auf für die wir klare und aussagefähige Herstellerunterlagen haben und deren Aufbereitung in unser Programm passt.

      Ansonsten kann man evtl. noch mit der Klinikhygiene ein Veerfahren beschreiben was machbar ist. Aber dafür braucht man auch eine lange Puste. Wichtig ist aber den langen Atem zu behalten und immer wieder die Unterlagen einfordern.

      Mr.Q
      Mach Dampf ^^